Wichtige Einblicke:
- Ein Gründer von CryptoQuant erklärt, das größte Risiko für Bitcoin sei eine anhaltende Stagnation und nicht ein drastischer Kurssturz.
- Bitcoin fiel unter 63.000 US-Dollar, nachdem es die Unterstützungszone bei 63.800 US-Dollar verloren hatte, wodurch nun die 60.000-Dollar-Marke in den Fokus rückte.
- Die Liquidationen im Kryptobereich beliefen sich innerhalb von 24 Stunden auf über 303 Mio. US-Dollar, wobei Long-Positionen einen Anteil von 258 Mio. US-Dollar ausmachten.
Bitcoin rutschte unter die 63.000-Dollar-Marke, nachdem es eine wichtige Unterstützungszone bei 63.800 Dollar verloren hatte. Durch diese Entwicklung rückte der Bereich um 60.000 Dollar wieder in den Fokus, während Händler Zwangsverkäufe, ETF-Abflüsse und eine schwächere kurzfristige Dynamik beobachteten. Ein Marktanalyst warnte zudem, dass das größere Risiko für Bitcoin möglicherweise nicht von einem starken Einbruch ausgeht, sondern von einer langen Phase seitwärtsgerichteter Kursentwicklung. Diese Sichtweise erweitert die aktuelle Debatte um die Bitcoin-Kursprognose, zumal Analysten bezweifeln, ob das nächste große BTC-Thema neue Liquidität anziehen kann.
Bitcoin-Kursprognose: BTC fällt unter wichtige Unterstützungsmarke
Der Bitcoin-Kurs bewegte sich nahe der 62.700-Dollar-Marke, nachdem er unter den Unterstützungsbereich von 63.600 bis 63.800 Dollar gefallen war. Dieser Bereich hatte als Basis für die jüngste Marktstruktur gedient, und sein Verlust lenkte die Aufmerksamkeit auf niedrigere Unterstützungsniveaus. Händler beobachten nun, ob BTC diesen Bereich zurückerobern und den Durchbruch als Fehlbewegung entlarven kann.
Ein Wiedererobern der 63.800-Dollar-Marke könnte dazu beitragen, dass sich Bitcoin wieder in Richtung 65.000 und 67.200 Dollar bewegt. Sollte es jedoch nicht gelingen, dieses Niveau zurückzuerobern, bleibt der Druck auf den Bereich zwischen 60.000 und 59.300 Dollar bestehen. Die Chartstruktur zeigt, dass die Käufer diesen Bereich verteidigen müssen, um einen stärkeren Rückgang in Richtung der Jahrestiefststände zu verhindern.
Das beigefügte Monatschart zeigt zudem ein umfassenderes Warnsignal. Der Bitcoin-Kurs bewegt sich weiterhin nahe einer langfristigen Aufwärtstrendlinie, während der RSI eine mehrjährige negative Divergenz aufweist. Das Diagramm deutet auf einen möglichen „großen Einbruch“ hin, sollte die Kryptowährung BTC diese Struktur verlieren, mit Abwärtsszenarien nahe 16.000 US-Dollar sowie zwischen 3.000 und 4.000 US-Dollar.
Analyst: Das größte Risiko für Bitcoin ist eine anhaltende Stagnation
Ki Young Ju, Gründer von CryptoQuant, argumentierte, dass das größte Risiko für Bitcoin möglicherweise nicht von einem Kurssturz ausgeht. Er verwies stattdessen auf die Gefahr der Stagnation, bei der sich der BTC-Kurs über Jahre hinweg seitwärts bewegt, während das Marktinteresse langsam nachlässt. In einem solchen Szenario schwächt sich die Nachfrage ab, da Händler das Vertrauen in den nächsten größeren Aufwärtstrend verlieren.
Der Analyst brachte dieses Risiko mit Michael Saylors STRC-Struktur und dem allgemeinen Kapitalbeschaffungsmodell von MicroStrategy in Verbindung. Ein plötzlicher Kursrückgang kann nach wie vor Käufer anziehen, die von einer künftigen Erholung überzeugt sind. Ein lang anhaltender Bärenmarkt kann jedoch ein größeres Problem darstellen, da er die MSTR-Prämie schmälert und die Beschaffung von frischem Kapital erschwert.

Er argumentierte zudem, dass die früheren Narrative rund um Bitcoin mittlerweile weniger überzeugend wirken als zuvor. Das Thema ETF hat sich bereits erschöpft, während die institutionelle Akzeptanz den Schritt von der Spekulation in die Realität vollzogen hat. Damit sucht der Markt nun nach einem neuen Grund für die Annahme, dass Bitcoin die nächste Liquiditätswelle anziehen kann.
Liquidationen und ETF-Abflüsse erhöhen den Druck auf den BTC-Kurs
Der Durchbruch von Bitcoin unter die Marke von 63.800 US-Dollar löste eine umfassende Neuanpassung der Hebelwirkung auf dem gesamten Kryptomarkt aus. Die im Marktbericht veröffentlichten Daten zeigten, dass es innerhalb von 24 Stunden zu Liquidationen in Höhe von mehr als 303 Millionen US-Dollar kam. Auf Long-Positionen entfielen etwa 258 Millionen US-Dollar, was darauf hindeutet, dass sich viele Händler vor dem Kursrückgang auf weitere Kursgewinne eingestellt hatten.
Zwangsverkäufe können einen Kursrückgang beschleunigen, wenn sich gleichzeitig stark gefragte Long-Positionen auflösen. Dieser Prozess baut zwar häufig übermäßige Hebelwirkung ab, kann jedoch bei einer raschen Abwärtsbewegung auch die Angst schüren. Derzeit wollen Händler abwarten, ob die Spotnachfrage die Verkäufe im Bereich von 60.000 US-Dollar auffangen kann.
Auch Spot-Bitcoin-ETFs verstärkten den Druck nach zwei aufeinanderfolgenden Handelstagen mit Abflüssen. Die Fonds verzeichneten am 17. Juni Nettoabflüsse in Höhe von 216,48 Millionen US-Dollar und am 18. Juni in Höhe von 389,50 Millionen US-Dollar. Die Summe der beiden Tage belief sich auf fast 606 Millionen US-Dollar, wodurch eine der jüngsten stärksten Kaufstützen für Bitcoin geschwächt wurde.
Bei der Bitcoin-Kursprognose gehen die Meinungen auseinander: Entweder kommt es zu einer Erholung oder zu einem stärkeren Abwärtstrend
Der Marktanalyst Henrik Zeberg geht davon aus, dass Bitcoin vor einem deutlich stärkeren Rückgang noch einmal kräftig zulegen wird. Er argumentierte, dass BTC die endgültige Crash-Phase noch nicht erreicht habe, da der US-Dollar-Index möglicherweise erst noch weiter fallen werde. Ein schwächerer Dollar könne Risikoanlagen kurzfristig stützen und Bitcoin Spielraum für eine Erholung verschaffen.
Seine längerfristige Bitcoin-Kursprognose bleibt bärisch. Er geht davon aus, dass ein späterer Anstieg des Dollars während einer Rezessionsphase Druck auf die Kryptowährung BTC und andere Risikoanlagen ausüben wird. Diese Einschätzung deckt sich mit der Warnung des Charts, dass BTC zunächst eine Erholung verzeichnen könnte, bevor es seine langfristige Struktur verliert.

Die kurzfristige Bitcoin-Kursprognose konzentriert sich nun auf zwei Niveaus. Ein Anstieg über 63.800 US-Dollar würde den kurzfristigen Druck mindern und den Weg in Richtung 65.000 bis 67.200 US-Dollar wieder freimachen. Gelingt es nicht, diesen Bereich zurückzuerobern, bleibt 60.000 US-Dollar das entscheidende Niveau, während ein Durchbrechen dieser Marke tiefere Unterstützungsbereiche wieder ins Spiel bringen könnte.




